Zu Gemeinschaften
Ausstellung
29. Februar 2008 - 5. April 2008
Yildiz Aslandogan/Lukas Hofer, Mareike Hofmann/Jan Löchte, Fergus Feehily, Eva Paulitsch/Uta Weyrich
Verbindendes Moment der unterschiedlichen Arbeitsansätze in der Ausstellung stellt die Einbeziehung von Materialien dar, die von anderen Beteiligten stammen. Die Projekte präsentieren Gegenstände und Ideen, die möglicherweise der Inspiration oder einer Analyse dienen. Sie nähern sich den sozialen Kontexten, die sie interessieren, indem sie deren Ausdrucksformen sammeln, statt sie zu abzubilden, und beteiligen weitere TeilnehmerInnen ganz wörtlich an der Produktion der Ausstellung im Künstlerhaus. Auf diese Weise stellen die Projekte Beziehung zwischen der jeweiligen künstlerischen Produktion und deren äußeren sozialen Bedingungen her. Es entstehen gemeinschaftliche Konstruktionen, die sich nicht mehr der Idee des individuellen Ausdrucks oder einer kollektiven Identität verschreiben, sondern vielmehr die Wechselwirkungen zwischen Selbst und Wir sichtbar machen, wie sie Jean-Luc Nancy beschreibt: “dass das ‘Selbst’ nicht existiert, es sei denn durch ein ‘Mit’, das es gewissermaßen strukturiert.”
Mareike Hofmann und Jan Löchte haben in ihrem Arbeitsraum im Künstlerhaus seit Oktober 2007 eine Reihe von Veranstaltungen mit dem Namen “Kammerflirren” durchgeführt. Zu den Veranstaltungen waren befreundete KünstlerInnen eingeladen, eigene Arbeiten oder ein Thema vorzustellen und zu diskutieren. Im Rahmen der Ausstellung “Zu Gemeinschaften” setzen die beiden KünstlerInnen die Veranstaltungsreihe fort. Yildiz Aslandogan und Lukas Hofer zeigen eine Reihe von architekturbezogenen Projekten. Die ausgestellen Objekte und Videos zeigen unterschiedliche Zuständen, die Projekte der beiden Architekten in ihrem Verlauf annehmen. Die beiden Arbeiten, die Eva Paulitsch und Uta Weirich in der Ausstellung “Zu Gemeinschaften” zeigen, entstanden ursprünglich im Rahmen eines Langzeitprojektes mit Jugendlichen in Fellbach, darunter eine Sammlung von Handyfilmen, die Eva Paulitsch und Uta Weyrich von Jugendlichen ertauscht haben. Die Beiträge von Fergus Feehily treten mit dem Ausstellungsthema vielleicht auf subtilste Weise in Kontakt. Er zeigt neben eigenen Malereien einen Tisch (der natürlich wiederum wie eine in den Raum gekippte Leinwand gelesen werden kann) mit arrangierten Gegenständen, etwa einem Buchstabenstempelset oder einem Buch, das der Künstler an einer Zollstation gefunden hat. Die Objekte wirken wie Ausläufer der wirklichen Welt, zu denen sich die Bilder von Fergus Feehily aus ihrer monochromen Grundierung hinbewegen.
Die Ausstellung “Zu Gemeinschaften” ist mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten des interdisziplinären Atelierprogramms im Künstlerhaus entstanden.




