Stadtstaat. Szenario für das Verbinden von Städten
Ein Projekt von Metahaven
11. Juli 2009 - 12. September 2009
Das Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Marke und anderen Darstellungsmodellen des “Stadtstaates”, die in einem umfangreichen politischen Programm münden. Der Gestaltungsprozess ist als visueller Horizont angelegt, in dem das Unmögliche sichtbar wird, um neue Möglichkeiten vorstellbar zu machen. Dieses der üblichen Vorgehensweise bei der Vorstellung und Repräsentation einer politischen Einheit entgegenlaufende Verfahren eröffnet einen spekulativen Wahrnehmungsraum für die verschiedenen Ebenen, auf denen sich Städte und Nationalstaaten formieren, und die Effekte neuer Informationstechnologien auf räumliche Strukturen. Die grafische “Oberfläche” wird auf diese Weise zu einem möglichen Medium der Kommunikation und der politischen Interaktion.
Im Zentrum des Projektes stehen die im Ausstellungsraum in Form einer räumlichen Assemblage gezeigten visuellen und repräsentativen Elemente des “Stadtstaates”. Diese basieren auf einer Recherche über die beiden Städte und ihren bestehenden visuellen Markenzeichen. Einen weiteren konzeptuellen Ansatzpunkt des Projektes bildet die langfristige Beschäftigung von Metahaven mit neuen Verfahren der Informationstechnologie, wie Kompressions- und Verschlüsselungsmethoden. Diese Verfahren beschreiben nicht nur neutrale Prozesse der Informationstechnokratie, sie stellen vielmehr auf fundamentale Weise bekannte Vorstellungen von Identität, Kommunikation, dem Zugang zu Information und der Rolle des Designers in Frage. “Stadtstaat” reflektiert solche und andere üblicherweise verborgenen Mechanismen und den Raum, den sie erzeugen.
“Stadtstaat” wird vom Künstlerhaus Stuttgart und Casco Office for Art, Design and Theory in Utrecht gemeinsam produziert und gezeigt. Das Projekt entfaltet sich in zwei Episoden an den zwei Ausstellungsorten.
Metahaven ist ein Büro für Forschung und Gestaltung in Amsterdam and Brüssel, das aus den Grafikdesignern Daniel van der Velden und Vinca Kruk und dem Architekten Gon Zifroni besteht. Seit 2004 hat Metahaven Projekte realisiert, die das politische Potential von Grafikdesign und seine erweiterten Möglichkeiten als Forschungswerkzeug untersuchen. Metahavens bisherige Projekte umfassen das “Sealand Identity Project”, der Entwurf einer nationalen Identität für den Mini-Staat und die Steueroase Sealand, und “History Vs. Future”, das den ehemaligen Volkspalast in Bukarest und seine doppelte Funktion als postkommunistische Ikone und Museum für zeitgenössische Kunst untersuchte. Von Metahaven war zuletzt “Affiche Frontière”, eine Einzelausstellung und ein Posterprojekt für das CAPC, Musée d‘Art Contemporain in Bordeaux zu sehen.
Die Mitglieder der Gruppe haben zahlreiche Vorträge gehalten und unterrichten u.a. an der Yale University in New Haven, der Academy of Arts in Arnhem, dem Sandberg Institute in Amsterdam und der Ecole régionale des beaux-arts in Valence, Frankreich.
Mit freundlicher Unterstützung der Mondriaan-Foundation.

Medienpartnerschaft: Slanted






