KÜNSTLERISCHE DIALOGE I: Şener Özmen und Nevin Aladağ
Ausstellung
21. April 2011 - 29. Mai 2011
Eröffnung: Mittwoch, 20. April 2011, 19 Uhr
20 Uhr: Buchpräsentationen „The Book of Şener Özmen“ und „The Story of Tracey Emin“ (Neuauflage)
22 Uhr: Party ARTISTS ON TURNTABLES
Kuratorenführung: Donnerstag, 19. April 2011, 18 Uhr
Führung durch die Ausstellungen mit Adnan Yildiz, Künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Stuttgart
KÜNSTLERISCHE DIALOGE I
Şener Özmen: Die Geschichte von Şener Özmen
Nevin Aladağ: Alles auf Anfang
Das Künstlerhaus Stuttgart präsentiert mit „Die Geschichte von Şener Özmen“ die erste Einzelausstellung von Şener Özmen in seiner 21-jährigen künstlerischen Schaffenszeit. In Verbindung mit der zeitgleich laufenden ersten monografischen Schau von Nevin Aladağ in ihrer Heimatstadt Stuttgart, „Alles auf Anfang”, formiert sich ein KÜNSTLERISCHER DIALOG, der unterschiedliche kulturelle Klimata und politische Systeme zueinander in Beziehung setzt.
Die beiden Einzelausstellungen, die am Mittwoch, den 20. April 2011, um 19 Uhr eröffnen, bilden den Auftakt der Reihe KÜNSTLERISCHE DIALOGE, die mittels parallel stattfindender Einzelausstellungen unterschiedliche künstlerische Ansätze zu jeweils wechselseitigen Kontexten und Fragestellungen kombiniert und gemeinsam diskutiert.
Die Arbeiten des in Diyarbakır lebenden kurdischen Künstlers Şener Özmen sind von der geopolitischen Realität Südanatoliens geprägt. Sie sind nicht nur als offene Kritik an staatlicher Gewalt und einem militaristischen Regime zu verstehen, sondern auch als loses Tagebuch der Fantasie und des Widerstands. Özmens Videoarbeiten sowie seine literarischen und fotografischen Werke handeln von der Problematik, ausgehend von der Peripherie eine kritische Position gegen eine zentralisierte Macht einzunehmen. Die Ausstellung im Künstlerhaus zeigt zum Teil Reproduktionen älterer Arbeiten und zielt darauf ab, einen retrospektiven Blick auf Özmens künstlerisches Schaffen zu entwickeln und gleichzeitig einen kontextuellen Bezug zu Stuttgart herzustellen. So wird etwa sein Künstlerbuch „The Story of Tracey Emin” aus dem Jahr 2000 in Zusammenarbeit mit Edition Taube, einem Stuttgarter Verlag für Künstlerbücher und Fanzines, neu aufgelegt.
Als eine Beobachterin der Kulturen untersucht die in Berlin lebende Nevin Aladağ menschliche Umgebungen und entwickelt nicht-narrative Geschichten, konzeptionelle Interaktionen und performative Interventionen. Nevin Aladağ interessiert sich für die Bedingungen des Zusammenlebens, das Teilen von Räumen, musikalischen Elementen und Ritualen, die Menschen verbinden. Aladağ wuchs in Stuttgart auf, bevor sie mit Anfang 20 nach München zog, um ihr Studium an der dortigen Kunstakademie zu beginnen. Ihre erste große Einzelausstellung in ihrer Heimatstadt Stuttgart ist eine Ansammlung von Ideen, die dorthin zurückführen, wo sie ursprünglich entstanden sind oder ihre Wurzeln haben – so verspricht es der Ausstellungstitel.
Die konzeptionelle Gemeinsamkeit zwischen Şener Özmen und Nevin Aladağ besteht darin, starre Sichtweisen auf Kulturen und Identitäten konsequent zu hinterfragen. Beide Ansätze basieren auf einer eigenen individuellen Haltung, verweisen aber gleichzeitig auf die sozialen Realitäten jenseits von Territorien, Kategorisierungen und Vorurteilen. Die Zusammenführung dieser beiden Methoden in einem gemeinsamen KÜNSTLERISCHEN DIALOG lässt Geschichten von Kurden in der Türkei und Türken in Deutschland ebenso aufeinanderprallen, wie Musik aus Istanbul und die südostanatolische Landschaft um Diyarbakır, genauso wie zwei völlig unterschiedliche Arten von Ironie und Humor.


