Künstlerhaus Stuttgart und yvsl laden ein:
”LET’S GET PHYSICAL” mit Markus Miessen

30. April 2011

Künstlerhaus Stuttgart/2. Stock, 16 Uhr

“Alptraum Partizipation/Spatial Enabling”
Markus Miessen und Adnan Yıldız im Gespräch
(in englischer Sprache)

Willkommen in Harmonistan! Der Begriff “Partizipation” wurde im vorangegangenen Jahrzehnt zunehmend zu oft verwendet. Als noch jeder in einen Partizipierenden verwandelt wurde, ist der oftmals unkritische, unschuldige und romantische Gebrauch des Begriffs nunmehr angsteinflössend. Oft noch mit einer nostalgischen Fassade der Ehrenhaftigkeit, falscher Solidarität und political correctness versehen, ist Partizipation zum Standard von sich aus der Verantwortung schälender Politiker geworden.
Markus Miessen ruft auf zu einem Format der konfliktreichen Partizipation – nicht länger mehr ein Prozess der “Einladung”, sondern ein Mittel des Handelns ohne Auftrag, als ungeladener Ideengeber und Initiator: ein erzwungener Eintritt in Wissensgebiete, die wohl von fremdem Denken profitieren. Manchmal muss Demokratie unter allen Umständen vermieden werden.

Markus Miessen (*1978) arbeitet als Architekt, Berater und Autor in Berlin, London und dem Nahen Osten. Er studierte Architektur und Urbanismus in Glasgow und London. 2002 gründete er das Studio Miessen als Agentur für Raumpraxis und Kulturforschung, 2007 beteiligte er sich an der Gründung des Berliner Architekturbüros nOffice.

yvsl, 2009 von Yıldız Aslandoğan und Lukas Hofer gegründet, formuliert eine radikal kontemporäre Praxis. Zur Zeit arbeitet yvsl an Projekten in New York, Istanbul, Tiflis, Belgien, Berlin und Stuttgart.

“Let’s get physical” ist ein offener Untersuchungsprozess und Projektvorschlag im Rahmen der Sommerausstellung “Wie geht’s, Stuttgart?” im Künstlerhaus Stuttgart. Das Projekt startet mit einer Reihe von Gesprächen, Veranstaltungen und Diskussionsabenden, die von yvsl organisiert werden. Mit einem spezifischen Fokus auf den existierenden und möglichen Konditionen des Künstlerhaus Stuttgart, zielt “Let’s get physical” darauf ab, eine Vision für deren architektonische Realitäten und seine Verbindung mit der Stadt zu entwickeln.