-> zurück zur Liste

Institution als Medium. Zur kritischen Architektur von Institutionen
Konferenz

2. Mai 2008

Jacob Fabricius (Malmö Konsthall), Nikolaus Hirsch (Frankfurt am Main), Oliver Marchart (Universität Luzern), Joanna Mytkoswska (Museum für Moderne Kunst Warschau, Instytut Awangardy), Dorothee Richter (ZHDK), Wolf Schmelter (Kinoapparatom Zürich)

Untersuchungen über Präsentationsverfahren von Kunst gehen zumeist vom Medium der Ausstellung aus. Angesichts einer zunehmend interdisziplinären künstlerischen Praxis und diversifizierten Präsentationsformaten müssen die Fragen nach den Bedingungen der Kunstpräsentation jedoch auch an die Gestaltung ihres institutionellen Rahmens gestellt werden. Die Veranstaltung “Institution als Medium” diskutiert die Wechselwirkungen zwischen künstlerischer Praxis und deren Präsentation im Hinblick auf Institutionen oder institutionsähnliche Strukturen wie Zeitschriften: Welches Publikum wird angesprochen, wie zirkuliert Wissen, was macht die Architektur mit dem sozialen Geschehen, welcher soziale Raum entsteht?

Die Reflektion von Theorie und Praxis des Ausstellens bildet einen fortlaufenden Schwerpunkt im Programm des Künstlerhaus Stuttgart. Die Veranstaltung “Institution als Medium” wurde in Zusammenarbeit mit der Kunstwissenschaftlerin Dorothee Richter und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) konzipiert. Eine Dokumenation der Veranstaltung erscheint im Rahmen einer thematischen Ausgabe des Online-Magazines on-curating.org (Herbst 2008).

Die Veranstaltung “Institution als Medium” wurde in Zusammenarbeit mit dem MAS Curating der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) konzipiert.

 

 

Zu den Vortragenden:

Wolf Schmelter ist Künstler und Kurator und lehrt am MAS Curating der Zürcher Hochschule der Künste. Er ist Mitbegründer von “Reservoir”, einer Filmreihe über das Verhältnis von Kunst und Kino im Filmpodium Zürich und der Haute Ecole d‘Art et de Design (HEAD), Genf. Simone Schardt ist Künstlerin und Autorin für WoZ, ith 31 und Texte zur Kunst. Sie ist Gastdozentin am MAS Curating. Beide sind Stipendiaten der Künstlerhäuser Worpswede (2008). Sie initiierten gemeinsam “Kinoapparatom”, ein mobiles Instant Kino zur Aufführung von KünstlerInnenfilmen an spezifischen Orten. 2007 entwickelten sie in Kooperation mit Les Complices, Zürich unter dem Titel “Surprise Surprise” Interventionen als wandelnden Kommentar zur Ausstellungspraxis.

Joanna Mytkowska ist Gründungsdirektorin des Museums für moderne Kunst in Warschau. Bis zur Eröffnung des neuen Gebäudes von Christian Kerez im Jahr 2014 unterhält das Museum einen temporären Raum, der mit Ausstellungen und Veranstaltungen das zukünftige Arbeitsgebiet der Institution definiert. Joanna Mytkowska war zuvor Kuratorin am Centre Pompidou in Paris mit dem Schwerpunkt für zeitgenössiche Kunst. 1997 gründete sie zusammen mit Andrzej Przywara und Adam Szymczyk die Foksal Gallery Foundation in Warschau. Sie kuratierte zahlreiche Ausstellungen, u.a. “The Anxious. Five artists under the pressure of war” (2008), “Le Nuage Magellan” (2007, beide Centre Pompidou Paris), “Hidden in a Daylight” (Cieszyn 2003).

Nikolaus Hirsch ist Architekt in Frankfurt am Main und Unit Master an der Architectural Association in London. Zu seinen Arbeiten zählen die Synagoge Dresden, das Bockenheimer Depot Theater in Frankfurt am Main (mit William Forsythe), die Sound-Architektur für “Frequenzen-Hz”, einen Musikpavillon für das Museu Serralves in Porto, die Ausstellungsarchitektur für Bruno Latours und Peter Weibels Making Things Public am ZKM. Nikolaus Hirsch kuratierte ErsatzStadt: Repräsentationen des Urbanen an der Volksbühne Berlin. Letzte Veröffentlichung: On Boundaries, Lukas & Sternberg, 2006. Seine Arbeiten wurde mit dem BDA-Preis Berlin 1998, dem Kunstpreis der 1822-Stiftung, dem Deutschen Kritikerpreis 2001 und dem World Architecture Award 2002 ausgezeichnet. Mit dem Forschungsprojekt “Spaces of Production” untersuchte er die räumlichen Bedingungen von Institutionen für Gegenwartskunst und entwickelte architektonische Konzepte für die European Kunsthalle in Köln.

Jacob Fabricius ist Direktor der Malmö Konsthall, einem der grössten Ausstellungsräume Europas. Er war Kurator am Centre d’Art Santa Monica bei Barcelona und betreibt den Verlag Pork Salad Press in Kopenhagen. Er kuratierte zahlreiche Ausstellungen mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern an ungewöhnlichen Orten in den USA und Europa, auf Anrufbeantwortern, leerstehenden Vitrinen, Werbetafeln und in Zeitschriften.

Dorothee Richter ist Leiterin des MAS Curating, Institute for Cultural Studies in the Arts, Zürcher Hochschule der Künste. Sie ist Kuratorin zahlreicher Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst und lehrte an Hochschulen in Bremen, Genf, Stuttgart und Lüneburg. Seit 2003 ist sie gemeinsam mit Barnaby Drabble Kuratorin des Curating Degree Zero Archive zur kuratorischen Praxis, das derzeit durch internationale Kunstinstitutionen reist. Demnächst erscheint der von ihr herausgegebene Tagungsband Re-Visionen des Displays (Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich, gemeinsam mit Jennifer John und Sigrid Schade).