Mary Beth Edelson zu Gast
19. Mai 2003
In der Reihe “visits” spricht Mary Beth Edelson im Künstlerhaus Stuttgart über ihre Arbeit.
Die New Yorker Künstlerin und Aktivistin Mary Beth Edelson (*1933 in East Cicago/Indiana, lebt und arbeitet in New York) gilt als Pionierin im feministischen Kunstkontext der siebziger Jahre und dennoch ist sie außerhalb von KünstlerIInnenkreisen nahezu unbekannt.
In ihrer Arbeit untersucht sie Geschlechterkonstruktionen und untergräbt die stereotype Repräsentation von Frauen auf humorvolle und teils performative Weise.
Als Mitglied des Heresies Collective (u.a. mit Lucy Lippard, Miriam Schapiro, Joan Snyder) war sie Mitte der siebziger Jahre am Entstehen der feministischen Kunstzeitschrift Heresies beteiligt. Ihr politisches Engagement setzte sie in den achtziger und neunziger Jahren in der WAC (Women’s Action Coalition) und in dem Projekt Combat Zone (Campaign against Domestic Violence), einem dreimonatigen Projekt gegen häusliche Gewalt, fort.
Die Vielzahl künstlerischer Ausdrucksmittel, derer sie sich bedient – von Skulptur und Collage über Poster und Fotografie bis hin zu Installation und Performance – ermöglichen es ihr, Artikulationsräume zu schaffen und ein positives Image von ‚Frau’ zu entwerfen. Ihre aktuellen Arbeiten beschäftigen sich vor allem mit Filmmaterial und der Rolle weiblicher Filmstars.
Ihre im letzten Jahr erschienene Monografie “The Art of Mary Beth Edelson”, die u.a. Texte von Laura Cottingham, Alissa Friedman und Linda Aleci vereinigt und die die Kritik als »virtuellen Zettelkasten der feministischen Bewegung« bezeichnet, ist als eine Arbeit von Mary Beth Edelson vor allem auch das erste umfangreiche Buch über ihre Arbeit. Während der letzten zwei Jahre gestaltete und publizierte sie es selbst. In zahlreichen Collagen und Text-Bild-Spielereien offenbaren sich diverse Lebens- und Arbeitskontexte der Künstlerin und machen evident, wie sehr die Lebensumstände zu den Produktionsbedingungen der eigenen künstlerischen Arbeiten gehören.
„The Art of Mary Beth Edelson“. Mit Texten von Laura Cottingham, E. Ann Kaplan, Alissa Friedman, Paul Bloodgood und Linda Aleci und einer Timeline von Amy Treveloyn und Mary Beth Edelson. New York: Seven Cycles, 2002

