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In der Wüste der Moderne. Koloniale Planung und danach
Vortrag von Marion von Osten

15. Juli 2008

Das Ausstellungsprojekt “In der Wüste der Moderne”, das 2008 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin stattfindet, stellt die wenig bekannten Wechselwirkungen vor, die in Nordafrika und Westeuropa entwickelte Architekturen und Planungen in den 1950er und 1960er Jahren hatten. So wanderte einerseits die Massenbauweise für “die große Zahl” in der Zeit der Dekolonisierung an die Stadtränder der westlichen Industrienationen. Andererseits verunsicherte der Aufenthalt europäischer Architekten in Nordafrika in der Zeit der anti-kolonialen Befreiungsbewegung die technokratischen Planungsgewissheiten der westlichen Moderne nachhaltig.

In der Ausstellung werden Dokumente und Projekte u.a. von Victor Bodiansky, Georges Candilis, Michel Écochard, Pierre Emery, Le Corbusier, Alison & Peter Smithson und Shadrach Woods zu sehen sein. Das Projekt wird von Marion von Osten gemeinsam mit den Architekturhistorikern Tom Avermaete (Antwerpen/Delft), Daniel Weiss (Zürich) und dem Soziologen Serhat Karakayali (Berlin) realisiert.

Marion von Osten ist Künstlerin und Kuratorin, seit 2006 Professorin an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Von 1996-98 war sie Kuratorin an der Shedhalle Zürich und von 2003-2005 künstlerische Leiterin des “Projekts Migration” in Köln. Zu ihren Publikationen zählen “Norm der Abweichung”, Wien 2003 sowie “Das Phantom sucht seinen Mörder. Ein Reader zur Kulturalisierung der Ökonomie”, (hrsg. zusammen mit Justin Hoffmann), Berlin 1999.