Conceptual and Postconceptual Art in Eastern Europe
Vortrag von Miško Šuvakovic
23. September 2008
Der Vortrag diskutiert Unterschiede zwischen der konzeptuellen und postkonzeptuellen Kunst in Osteuropa (Serbien, Kroatien, Slowenien, Polen, Ungarn, Tschechien, Ukraine und Russland). Ausgangspunkt sind dabei die weitreichenden Umwälzungen in Gesellschaft und Kunst vor und nach dem Fall der Berliner Mauer 1989. Der Vortrag vergleicht die künstlerische Produktion konzeptueller Strategien in der konzeptuellen Kunst der 1970er Jahre und künstlerische Arbeitsformen in des Neokonzeptualismus und der postsozialistischen Kunst nach 1989. Die historische Epoche nach 1989 ist durch einen Umbruch von der sozialen und kulturellen Pluralität der Postmoderne hin zur Globalisierung und der Neustrukturierung der sozialen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen dem Globalen und dem Lokalen. Diese Umstrukturierungsprozesse sind in der Kunst durch einen fundamentalen Wandel der Medien künstlerischer Darstellung gekennzeichnet. Die bekanntesten Werke dieser Epoche sind nicht mehr Malerie oder Skulptur, sondern entstammen den neuen konzeptuellen, performativen und medienkünstlerischen Praktiken. Diese Kunst scheint nicht mehr auf ihre Autonomie bedacht zu sein, sondern vielmehr an kritischen, subversiven und aktivistischen Arbeitsformen und Interventionen in kulturelle und soziale Kontexten interessiert zu sein. Künstler werden zu spezialisierten “Kunstaktivisten”.
Ein zynischer Ästhet könnte die Position auflösen, indem er nachweist, dass es keine Kunst ohne deren Autonomie in der Gesellschaft gäbe, da jede Autonomie der Kunst ein politisches Regime darstellt. Dies ist ein Paradox, mit dem die zeitgenössische Kunst und Kunsttheorie sich auseinandersetzen muss.
Miško Šuvaković wurde 1954 in Belgrad geboren und lehrt dort an der Hochschule der Künste. Er war Mitgründer der konzeptuellen Künstlergruppierung 143, die von 1975 bis 1980 existierte.
