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Zu den Filmen

Der Film “Bachelor Machines Part 1″ (16mm, 2007, 30 min) ist auf einem Frachtschiff gedreht, das von Süditalien über Portugal, Großbritannien und Irland nach Schweden unterwegs ist. In seiner ausschließlichen Konzentration auf das Leben an Bord des Schiffes erscheint der Film wie ein Genrestück, das den zeitgenössischen Formen der Seefahrt folgt und dessen Vorgänger in der historischen Literatur, Malerei und Film liegen. Nashashibis Interesse gilt dem Leben auf dem Schiff als einer ultimativen geschlossenen Gesellschaft. Die Gemeinschaft ist in einer strikten, selbst auferlegten Hierarchie unter der absoluten Autorität des Kapitäns organisiert. Jenseits der Ländergrenzen gelegen gleicht ihr Status einem mobilen unabhängigen Staat. Der Rhythmus des Filmes entwickelt sich aus der Intensität und den klaustrophobischen Bedingungen des Zusammenlebens auf dem Schiff, die mit der Weite des Ozeans und den extremen Wetterbedingungen kontrastiert werden. Der Film folgt dabei dem Leben auf dem Frachter mit unterschiedlichen filmischen Mitteln. Neben einer direkten und genauen Aufzeichnung der menschlichen Beziehungen innerhalb der begrenzten Umgebung auf dem Meer sowie atmosphärischen Bildern des Lichts und der Bewegung der Reise steht vor allem das Schiff selbst als animierte Maschine und Protagonist des sozialen Lebens im Vordergrund.

Auch “Eyeballing” (16mm, 2005, 10 min) zeigt eine Suche nach dem Bekannten, nach Identifikation, nach etwas Lebendigem im Leblosen. Der Film entstand während eines Aufenthalts in New York und zeigt im urbanen Kontext abgefilmte Objekte – Steckdosen, Schaufensterschmuck, Fenster und Türöffnungen -, die im Zusammenhang des Filmes plötzlich wie reduziert gezeichnete Gesichter aussehen. Auf den ersten Blick wirkt diese Verwandlung von städtischen Situationen in zwei Augen und einen Mund spielerisch. Der Film gewinnt jedoch an politischer Schärfe, indem Nashashibi Szenen zwischen die Gesichtsbilder schneidet, auf denen Polizeibeamte ein Revier in Lower Manhattan betreten und verlassen. Das bildhafte Erkennen wird so in den Kontext der wachsenden Bedeutung von Überwachungstechnologie in der Weltordnung nach den Geschehnissen vom 11. September 2001 gestellt. Zudem verkörpern die Polizeibeamten eine Art Umkehrung des anthropomorphen Prinzips, indem sie durch ihre Uniformierung eine individuelle Charakterisierung zugunsten einer Repräsentation staatlicher Autorität aufgeben.

“Footnote” (16mm, 2007, 2 min) ist gemeinsam mit den Frankfurter KünstlerInnen Thomas und Helke Bayrle entstanden. Der Film beobachtet die beiden in einem scheinbar privaten Moment. Während der Mann im Hintergrund schläft, liest die Frau ebenfalls im Bett liegend in einer Zeitschrift. Diese Einstellung wird von einer zweiten, fast traumähnlichen Szene unterbrochen, die einen seltsam starrenden Spielzeugfrosch zeigt. Beide Szenen sind in anderen Farbräumen aufgenommen und unterbrechen jeweils die Realitätsebene der vorangegangenen Sequenz.