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Unberechenbarkeit nach Plan. Der Computer als Co-Autor der Informationsästhetik
Vortrag von Ingeborg M. Rocker

3. Juli 2008

Der Vortrag der Architektin und Architekturhistorikerin Ingeborg M. Rocker (Cambridge, Mass.) widmet sich den Spielarten der Informationsästhetik. Für Max Bense, aber auch die stochastische Poesie von Theo Lutz, die Architekturanalysen Manfred Kiemles und die Computergraphiken von Frieder Nake und Georg Nees bedeutete die Informationstheorie nicht einfach einen theoretischer Überbau, sondern eine konkrete Methode zur Analyse und Synthese ästhetischer Strukturen.

Die Beschäftigung mit der Informationstheorie ist bei Bense konzeptionell aufs engste mit dem Aufkommen digitaler Medien verknüpft. Mit ihr wurden neue – alle Disziplinen verbindende – Handlungsweisen erforderlich: Programmen und nicht Artefakten galt nun alle Aufmerksamkeit. Erst im letzten Übersetzungsschritt wird aus dem Wechselspiel der 0 und 1 Text, Graphik oder Musik. Hatte Walter Benjamin noch von der Kunst im Zeitalter ihrer Reproduzierbarkeit gesprochen, geht es Bense bereits um mehr: nicht um Kunst, sondern um Ästhetik und damit um physische wie auch perzeptive Realisierungen im Zeitalter der Information – und letztendlich – im Zeitalter der Digitalisierung.

Ingeborg M. Rocker ist Architektin und Assistant Professor an der Graduate School of Design, Harvard University in Cambridge, Mass. Ihre theoretische Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Medien auf die Wahrnehmung, die Gestaltung und die Vorstellung von Architektur. Zu ihren Publikationen zählen “When Code Matters”, in: Architectural Design Nr. 76, 2006 und “Berechneter Zufall. Max Benses Informationsästhetik”, in: Kulturtechnik Entwerfen. Praktiken, Konzepte und Medien in Architektur und Design Science, hrsg. von Daniel Gethmann und Susanne Hauser, Bielefeld 2008.