Das Erziehungsbild
Vorträge von Marion von Osten und Barbara Wurm
25. Mai 2009
“Das Erziehungsbild” untersucht die unterschiedlichen Weisen, wie Erziehung in der visuellen Kultur verhandelt wird und wie umgekehrt visuelle Kultur als pädagogisches Instrument genutzt wird. Das Publikationsprojekt zum “Erziehungsbild”, das von Marion von Osten und Tom Holert an der Akademie der Bildenden Künste in Wien initiiert wurde, stellt sich mit Vorträgen und einem Filmprogramm vor.
Der Beitrag von Barbara Wurm wird dabei insbesondere auf den sowjetische Nicht-Spielfilm der 1920er Jahre eingehen. 1922 nannte Ippolit Sokolov – Avantgarde-Theoretiker, expressionistischer Poet sowie Leiter zahlreicher Labore für tayloristische Arbeitsgymnastik – das Kino “die neue Wissenschaft” und die Leinwand die “neue Tafel des Jahrhunderts”. Der Vortrag beleuchtet die damals hochaktuellen Entgrenzungen des Kinos als Sehschule, als es hieß: “Kino – in den Arbeiterklub, aufs Land und in die Schulen!”
Marion von Osten ist Künstlerin und Kuratorin. Sie ist Professorin an das Akademie der Bildenden Künste in Wien und war Co-Kuratorin der Ausstellung “In der Wüste der Moderne” im Haus der Kulturen der Welt Berlin.
Barbara Wurm ist Slavistin und Filmwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Sowjetischer Film, Medientheorie, Dokumentarfilm und lebt in Wien und Berlin. Sie promoviert zur Biopolitik des Sehens im frühsowjetischen Nichtspielfilm. Sie hatte Lehraufträge in Berlin und Wien und ist derzeit assoziiertes Mitglied im Graduiertenkolleg “Schriftbildlichkeit” an der Freien Universität Berlin. Dazu arbeitet sie als freiberufliche Kuratorin und Filmkritikerin.
